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Restaurierung der 4. Kreuzwegstation der "Sieben Fälle Christi" in Höchberg


Die 4. Kreuzwegstation der "Sieben Fälle Christi"




Bericht zum Kreuz
von Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen
Bau- und Kunstreferent der Diözese Würzburg

Die schmählichste und grausamste Strafe, zu der in der Antike Menschen verurteilt werden konnten, war die Kreuzigung. Sadistische Phantasien ließen verschiedenste Kreuzigungsarten entwickeln, um das Leiden der Verurteilten zu mehren und zu verlängern. Selbst die Angehörigen dessen, der den Tod am Kreuz erleiden musste, blieben hiervon nicht verschont. Sie wurden bestenfalls nur ins gesellschaftliche Abseits gestellt, zumeist aber körperlichen Torturen unterzogen.

Von daher, da die Zuwendung der Christen zu einem am Kreuz Verstorbenen zu Zeiten der jungen Kirche im römischen Reich als skandalös empfunden wurde, versteht sich nur zu gut, dass die älteste auf uns überkommene Kreuzesdarstellung eine Spottzeichnung ist, die ein Lebewesen mit Eselskopf am Kreuz hängend zeigt. Erst mit dem Ende der Kreuzigungspraxis und eines zeitlichen Abstandes zu ihr, wurde ab dem ausklingenden 5. Jahrhundert die Darstellung des auf Golgotha gekreuzigten Herrn bildlich dargestellt. Fernab eines ins Bild gesetzten Leidenden steht bei diesen Kreuzesdarstellungen der Gekreuzigte aufrecht mit weit ausgebreiteten Armen am Balken, zum Teil mit einer Königskrone als Herrscher ausgezeichnet. Erst mit der Romanik tritt zu diesem Typus die Darstellung des Leidenden hinzu, da mit der Spätromanik immer mehr dominiert, um dann aus der Passionsfrömmigkeit der Gotik heraus allein vor Augen zu treten.

Das einstmalige Siegeszeichen, das in den Gemmenkreuzen (beginnend in der Katakombenmalerei des 3. Jahrhunderts) Gestalt annahm, wird nunmehr ausschließlich ein Bild des qualvoll sterbenden Jesus, in dem der Menschen sowohl seine eigene Mühsal als auch die Solidarität des Herrn mit ihm als Heilszeichen erkennt.

Die von der Akzentuierung der Kreuzesnachfolge geprägte Frömmigkeit beließ es aber nicht allein bei der Darstellung des Kreuzes, sondern weitete sich auf den Weg des Kreuzes aus. Ausgehend von der Siebenzahl der römischen Stationskirchen entwickelten sich die "sieben Fußfälle", aus denen im 17. Jahrhundert der heute gewohnte Kreuzweg zunächst mit 12 und ab dem 18. Jahrhundert mit 14 Stationen erwuchs.

Diese Fußfälle, im Bistum Würzburg in Höchberg und Volkach noch erhalten, luden - wie späterhin der Kreuzweg - dazu ein, sich in das Leiden Jesu zu versenken und dadurch den eigenen vom Leid geprägten Lebensweg im Weg Jesu wieder zu erkennen und von ihm her zu deuten. Was persönlich erlitten wurde, erhält durch den Bildverweis der Fußfälle eine geistliche Überhöhung und Sinnhaftigkeit. Dadurch ist nicht allein das Kreuz, sondern auch die Auffächerung der Passion Jesu im Bildprogramm der "sieben Fußfälle" für den Glaubenden ein ambivalentes Identifikations- und Heilszeichen: Keine noch so leidvolle Lebenssituation ist sinnlos und gottverlassen, sondern mündet in ein österliches Leben über den Tod hinaus.




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