Klimawald Höchberg: Ein Zukunftsprojekt wächst
Vom Forschungsprojekt zum Klimawald
Grundlage des Klimawaldes sind Gehölze aus einem mehrjährigen Versuchsprogramm der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Ziel dieser Untersuchungen war es, Baum- und Straucharten zu identifizieren, die den veränderten klimatischen Bedingungen künftig besser standhalten können. Dabei wurde untersucht, welche Arten sich für verschiedene Standorte eignen und wie sie sich unter den jeweiligen Bedingungen entwickeln.Nach Abschluss der Versuchsphase wurden die Gehölze dem Markt Höchberg zur Verfügung gestellt. Der im Jahr 2025 angelegte Klimawald umfasst heute 468 Bäume und Sträucher aus insgesamt 155 verschiedenen Arten. Die Pflanzen stammen aus Nordamerika, Mitteleuropa, dem Mittelmeerraum und Asien.
Bei der Führung erklärte Johannes Lindner, Gärtnermeister beim Markt Höchberg, dass nicht alle Arten langfristig überleben werden. Gerade in den ersten Jahren sind die jungen Gehölze auf ausreichende Wasserversorgung angewiesen, da ihre Wurzeln das Grundwasser noch nicht erreichen. Um die Entwicklung der einzelnen Pflanzen nachvollziehen zu können, wurde für sämtliche Bäume und Sträucher ein Kataster mit den jeweiligen Standorten angelegt.
Zwischen den Gehölzen wurde regionales Wildkräutersaatgut ausgebracht, das inzwischen erfolgreich aufgegangen ist und bereits blüht. Die Fläche soll in den kommenden zwei bis drei Jahren möglichst nicht gemäht werden, damit sich standortgerechte Pflanzen- und Tiergemeinschaften eigenständig entwickeln können. Auch zusätzliche Nachpflanzungen sind für dieses Jahr derzeit nicht vorgesehen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Besichtigung war die ökologische Aufwertung des Gebietes. Entlang des Waldrandes haben sich vernässte Bereiche gebildet, die inzwischen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten darstellen. Ergänzend ist die Aufstellung von Ansitzstangen für Greifvögel geplant, um die Artenvielfalt weiter zu fördern.
Nachhaltige Bewässerung
Auch die Wasserversorgung der Pflanzungen wurde thematisiert. Für einen Bewässerungsvorgang werden derzeit rund 18.000 Liter Wasser benötigt. Dieses stammt aus Oberflächenwasser und wird in Zisternen gespeichert.Positives Resümee
Besonders positiv bewertete der Umweltbeirat die Zusammenarbeit mit der Leopold-Sonnemann-Realschule. Schülerinnen und Schüler engagieren sich dort in freiwilligen Arbeitsgruppen für den Klimawald. Sie haben Baumsteckbriefe erstellt, Nistkästen gebaut und diese im Bereich der Pflanzungen angebracht. Das Projekt verbindet damit praktische Naturschutzarbeit mit Umweltbildung und stärkt das Bewusstsein junger Menschen für ökologische Zusammenhänge.Die Mitglieder des Umweltbeirats zeigten sich beeindruckt von der bisherigen Entwicklung des Projekts. Der Klimawald ist bewusst langfristig angelegt. Nach Einschätzung der Verantwortlichen wird sich das Gebiet innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre zu einem stabilen, naturnahen Lebensraum entwickeln und sich harmonisch in die umgebende Landschaft einfügen. Damit leistet der Klimawald einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel und zur Förderung der biologischen Vielfalt in Höchberg.